22 Erkenntnisse aus meinem Atelier: Was ich als Aquarellkünstlerin wirklich gelernt habe
- bdelconte

- 7. Juni
- 7 Min. Lesezeit
Gedanken und Erfahrungen aus 7 Jahren Aquarellmalerei
Wenn man Kunst betrachtet, sieht man meistens nur das fertige Bild: Ein Portrait, eine Landschaft, ein Stilleben: Ein Aquarell voller Gefühl – perfekt eingefangen auf Papier.
Was die meisten jedoch nicht sehen, sind die Momente davor, während und danach: Zweifel, unerwartete Fehler, misslungene Experimente, überraschende Zufälle, Zwangspausen, Leerläufe . . .
In den letzten Jahren habe ich als Aquarellkünstlerin viel dazu gelernt – über Farben, über die Geduld und vorallem über mich selbst.
In diesem Artikel möchte ich 22 Erkenntnisse mit Dir teilen: Gedanken und Erfahrungen aus meinem Wirken als Künstlerin, die in den letzten Jahren zu meinen wichtigsten Erkenntnissen geworden sind.
Inhalt:
Erkenntnisse als Aquarellkünstlerin zum kreativen Prozess
1. Perfektion ist der größte Kreativitätskiller
Je mehr ich versuche, alles perfekt zu machen, desto mehr verliere ich den Fluss der Kreativität. Ich erinnere mich an viele Bilder, bei denen ich aus Angst, Fehler zu machen, das Malen hinauszögerte – das hat mich und meine Arbeit total blockiert.
Ich übe mich noch immer darin, Momente der Angst vor dem Nicht-Gelingen anzunehmen, damit ich die Perfektion loslassen kann. Das gelingt mir mittlerweile immer besser, und jedes Bild ist eine Erfahrung Wert.
2. Pausen sind Teil des kreativen Prozesses

Bei fast jedem Bild kommt irgendwann der Moment, in dem ich denke: „Jetzt habe ich es ruiniert.“ Dann lege ich das Aquarell bewusst für einige Tage weg.
Mit etwas Abstand sehe ich es dann mit neuen Augen. Details, die mich zuvor gestört haben, wirken weniger "schlimm" und lassen sich leichter korrigieren. Pausen gehören deshalb fest zu meinem kreativen Prozess.
3. Referenzfotos unterstützen
Referenzfotos sind für mich eine wertvolle Unterstützung, um ein Motiv realistisch festzuhalten. Doch ein stimmungsvolles Aquarell entsteht nicht allein durch das Abmalen eines Fotos. Die besondere Atmosphäre eines Moments, das Licht oder die Emotion hinter einem Motiv lassen sich besser einfangen, wenn ich genau hinsehe und fühle, was passiert. Mit diesem Gespür erhält jedes Aquarellbild sein ganz eigener Ausdruck.
4. Intuition ist ein wichtiger Teil des Malens
Ich entscheide mich gerne intuitiv, in welchen Schritten ich ein Bild entstehen lassen will: Von den Farbproben über die Komposition bis zur Verwendung von Malmitteln (Maskierflüssigkeit, Malmesser, Pinsel) plane ich mein Vorgehen sehr genau, lasse jedoch beim Malen selbst Spielraum für spontane Änderungen. Herz und Hand wissen meistens schon im voraus, was ein Bild braucht.
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5. Gutes Papier verändert alles

Hochwertiges Aquarellpapier nimmt Wasser und Farbe viel besser auf als billiges Malpapier. Ich bevorzuge 300 g/m² starkes Arches Cold Pressed Papier.
Es ermöglicht weiche Farbverläufe, nimmt viel Wasser auf und erlaubt sogar kleine Korrekturen mit dem Aquarell-Radierschwamm.
6. Gute Pinsel sind eine unerlässliche Investition

Lange dachte ich, Pinsel sind einfach nur Malwerkzeuge. Doch mit der Zeit habe ich gemerkt, wie groß der Unterschied wirklich sein kann. Ein hochwertiger Pinsel arbeitet mit der Hand mit, speichert Wasser besser und ermöglicht präziseres Arbeiten.
Echthaarpinsel liebe ich besonders für fließende Farbverläufe und große Flächen, während Kunsthaarpinsel ideal für feine Details sind, da sie formstabil bleiben.
Billige Schulpinsel verlieren dagegen oft schon nach kurzer Zeit ihre Form – die Haare stehen in alle Richtungen ab.
Gute Pinsel sind deshalb für mich kein Luxus, sondern eine echte Erleichterung beim Malen.
7. Weniger Farben wirken harmonischer
Früher probierte ich ständig neue Farben aus. Meine Palette wurde immer grösser – und gleichzeitig verlor ich den Überblick. Mit den einzelnen Pigmenten und ihren Eigenschaften beschäftigte ich mich damals kaum. Erst als ich begann, bewusster mit Farben zu arbeiten und meine Palette zu reduzieren, veränderten sich auch meine Aquarelle. Die Farbtöne wirken heute harmonischer und leuchtender.
Mit nur drei bis zwölf Farben zu malen vereinfacht den Malprozess, schult das Auge und bringt Harmonie ins Bild.
8. Viele Schichten bringen dem Bild Tiefe

Als ich mit Aquarellmalerei begann, war das Malen in Schichten noch kein Thema für mich. Erst durch Tutorials habe ich gelernt, wie viel Tiefe und Lebendigkeit mehrere Farbschichten einem Bild verleihen können. Ich integrierte diese Maltechnik und
heute entstehen meine Bilder in acht bis zehn Schichten. Ein Aufwand, der sich wirklich lohnt.
Tierportraits malen: Meine Erfahrungen
9. Jedes Tier hat seine eigene Energie

Als ich auf der Bovalhütte Husky Akiro und seine Besitzer traf, konnte ich kaum glauben, wie viel Präsenz und Ausdruck dieser Hund hatte. Sein durchdringender Blick hat mich sofort berührt – und um diese Energie geht es in einem Tierportrait.
Wenn es mir als Künstlerin gelingt, das einzigartige Wesen eines Vierbeiners lebendig & authentisch darzustellen, habe ich das erreicht, was mir wichtig ist: Ein Seelenkraftbild.
10. Es geht nicht nur um Fellstrukturen
Ein Tierportrait lebt nicht allein von realistischer Darstellung. Viel wichtiger sind Ausdruck, Präsenz und die kleinen Eigenheiten, die ein Tier unverwechselbar machen. Manchmal ist es nur ein bestimmter Blick, die Kopfhaltung oder die Ruhe, die ein Tier ausstrahlt. Genau diese Details versuche ich einzufangen – denn sie machen aus einem schönen Bild ein persönliches Portrait und Seelenkraftbild.
11. Tiere zu malen bedeutet, viel Zeit zu investieren

Ein gutes Portrait entsteht Schicht für Schicht, damit es realistisch wirkt. Und das bedeutet ein klarer Mehraufwand.
Ich erinnere mich an das Portrait von Sissi: Besonders das dunkle Fell brauchte unzählige Lasuren, bis die Tiefe und Weichheit sichtbar wurden, die ich mir vorgestellt hatte. Gleichzeitig mussten helle Stellen bewusst ausgespart und fein herausgearbeitet werden, damit ihr Fell lebendig wirkt.
Ohne Zeit und Geduld geht bei einem Tierportrait wirklich gar nichts!
12. Die Augen erzählen die Geschichte des Tieres

Die Augen sind für mich der wichtigste Teil eines Tierportraits. Oft beginne ich schon früh im Malprozess damit, den Blick des Tieres herauszuarbeiten. Sobald die Augen lebendig wirken, entsteht diese besondere Verbindung zum Tier im Bild – das Portrait bekommt eine Seele. Genau das ist mir beim Malen von Tierportraits am allerwichtigsten.
Mindset als Künstlerin: Nicht immer nur Motivation
13. Zweifel gehören zum Künstlerleben
Im mittleren Stadium des Malprozesses, wenn die Details im Bild erst angedeutet und nur wenige Schichten sichtbar sind, kommt oft der Moment, in dem ich denke, das wird nichts. Erst durch viele Malprozesse habe ich gelernt, dass Zweifel zu dieser Phase dazugehören. Ich habe mir deshalb angewöhnt, meinen inneren Kritiker nicht allzu ernst zu nehmen und mir selbst zu vertrauen.
14. Übung verändert alles
Früher hat es mich total frustiert, wenn ein Bild nicht auf Anhieb gelang. (OK, das ist teilweise auch heute noch so 😉). Doch wie heisst es so schön: Übung macht (eben doch) den Meister. Mit jeder Übung wächst nicht nur das Können, sondern auch das innere Gefühl von Sicherheit und die ungetrübte Freude am Malen.
15. Vergleiche mit anderen blockieren die Kreativität

Es lohnt sich, den eigenen künstlerischen Stil zu akzeptieren. Auch ich vergleiche meine Bilder manchmal mit denen anderer Künstlerinnen und Künstler. Die einen malen lockerer, die anderen ausdrucksstärker oder mutiger.
Doch solche Vergleiche führen selten weiter. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass es so viele Malstile gibt wie Künstler. Warum also versuchen, jemand anderes zu sein?
Heute vertraue ich lieber meiner eigenen Handschrift. Denn wahre Kreativität entsteht nicht dadurch, dass wir anderen nacheifern, sondern indem wir den Mut haben, unseren eigenen Weg zu gehen.
16. Kreativität braucht Zeit und Geduld
Nicht jeder Tag ist ein kreativer Tag – und das ist völlig normal. Das Wichtigste ist, geduldig zu sein und seine Ideen konsequent zu verfolgen. Kreative Phasen kommen in Wellen – und verschwinden manchmal genauso plötzlich wieder. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Rhythmus zu akzeptieren und ihm zu vertrauen.
17. Mut gehört zur Kunst dazu
Neue Techniken auszuprobieren ist manchmal riskant – aber genauso entwickle ich mich als Künstlerin weiter. Andere, neue Farben wählen; spontane Entscheidungen treffen; ungewöhnliche Motive darstellen - oft entstehen daraus jene Arbeiten, die am meisten überraschen und berühren.
Blick hinter die Kulissen meines Ateliers
18. Ein eigenes Atelier bedeutet, Identität zu finden

Seitdem ich einen festen Platz zum Malen habe, bin ich viel öfters kreativ. Mein Atelier befindet sich im Wohnzimmer am Fenster und besteht aus einem Tisch, einem Stuhl und zwei kleinen Regalen voller Materialien – jederzeit bereit, um loszulegen. Hier fühle ich mich wohl und hier erschaffe ich meine Kunst.
19. Ordnung im Atelier hilft beim kreativen Arbeiten
Ich liebe es, eine gut organisierte und ordentliche Mal-Umgebung zu haben, in dem alles schnell und unkompliziert griffbereit ist.
Persönliche Erkenntnisse
20. Kunst drückt Gefühle aus

Meine schönsten Momente als Künstlerin erlebe ich dann, wenn jemand emotional auf (m)ein Bild reagiert.
Dann sehe ich, welchen Wert Kunst haben kann: in einem ehrlichen Lächeln, einem berührten Blick oder manchmal sogar in Freudentränen. Kunst drückt Gefühle aus und berührt den Betrachter.
Es ist mir ein echtes Anliegen Freude zu bereiten und Emotionen zu wecken.
21. Ein Kunstwerk trägt immer ein Stück des Künstlers in sich

Jedes Bild spiegelt die Stimmung des Künstlers, seine Erfahrungen und sein Können wider. Je mehr ich mich als Malerin entwickle und mein Empfinden in ein Bild hineingebe, desto intensiver und authentischer wird meine eigene künstlerische Handschrift. In Portraits wird das besonders schön sichtbar: Obwohl jeder Mensch ganz anders ist, trägt jedes Portrait auch etwas von mir in sich: Meine Sicht auf die Welt und die Art, wie ich Gefühle und Stimmungen bei anderen wahrnehme.
22. Der kreative Weg hört nie auf
Mit jedem Bild lerne ich etwas Neues – und genau das macht Kunst für mich so faszinierend. Jede Erfahrung, jeder kreative Umweg und jedes fertige Bild eröffnen neue Gedanken und Möglichkeiten. Der Weg als Künstlerin ist nie abgeschlossen, und vielleicht ist genau das das Schönste daran: Es gibt immer noch etwas zu entdecken.
Wenn es dich interessiert, wie aus einem realen Ort ein persönliches Aquarell voller Atmosphäre und Bedeutung entsteht, findest du im folgenden Blogartikel einen weiteren Einblick in meinen kreativen Prozess: Seelenkraftort Bedeutung: So entsteht ein persönliches Kraftort-Aquarell

Hallo!
Ich bin Beatrice Del Conte und
male persönliche Seelenkraft-Bilder, Portraits von Herzensmenschen und individuelle Tierportraits in Aquarell.
Es ist mir ein grosses Anliegen, die Seelenverbindung zu dem, was Dir wichtig ist, in einem eigens für Dich gemalten Bild zum Ausdruck zu bringen.
In meinem Blog schreibe ich über die Kunst des Aquarellmalens und meine Berufung als Künstlerin.



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